"Seine" und "Ihre" Heirat | Kostenlose Vorschau

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Kapitel 1 — Die Scheidung
"Lukas, ich bin seit drei Jahren mit dir verheiratet, aber du hast mich nicht ein einziges Mal berührt. Ich gebe dir und deinem ersten Schwarm meinen Segen, indem ich unsere Ehe aufgebe. Morgen darfst du ihr nachlaufen. Aber jetzt entschädige mich bitte für meine Gefühle, die ich all die Jahre für dich hegte."
Mit diesen Worten beugte sich Nina Heinrich hinunter und presste ihre Lippen auf den Mann vor ihr, als wäre sie eine Motte, die vom Feuer angezogen wird. Ihre Handlung war sowohl hektisch als auch verzweifelt.
Sie wusste, dass dies ein abscheulicher Schritt war, aber sie hatte ihn zu lange geliebt.
Die ganze Zeit über hatte sie sehr gelitten, und jetzt wollte sie nur ein wenig Trost.
"Nina, wie kannst du es wagen!"
Lukas Schubert klappte der Kiefer zusammen, als seine Wut wieder aufflammte. Sein hübsches Gesicht war schwarz wie der Donner.
Er wollte sie wegstoßen, aber das wachsende Verlangen in seinem Körper war zu übermächtig. Es drohte, seine ganze Fähigkeit zur Vernunft wegzubrennen.
Wie kann sie es wagen, gegen mich zu konspirieren?
"Ich fürchte nichts..."
Eine einzelne Träne rann aus dem Augenwinkel von Nina. Ihre Küsse wurden hastiger, während ihre unerfahrenen Hände hektisch über seinen Körper fuhren.
Alles, was sie wollte, war ihn einmal ganz für sich zu besitzen.
Eine Welle des Zorns durchströmte Lukas.
Er hatte aber leider die Kontrolle verloren.
Bald übernahmen seine Instinkte die Oberhand. Als sein Körper in Flammen aufging, verlorer jegliche Vernunft.
Am nächsten Tag wachte Nina in der Morgendämmerung auf.
Sie unterdrückte ihr Unbehagen, stand auf und zog sich an. Danach holte sie die Scheidungsvereinbarung, die sie vorbereitet hatte, aus der Schublade und legte sie auf den Nachttisch. Bevor sie ging, starrte sie den Mann im Bett an.
"Lukas, ich werde dich freilassen. Ab heute werden wir getrennte Wege gehen. Wir werden nichts mehr miteinander zu tun haben", murmelte Nina.
Sie wandte den Blick ab und ging.
Ihr Herz war voller Bitterkeit und Schmerz, als sie das Schubert-Anwesen verließ.
Nina hatte Lukas sieben Jahre lang geliebt.
Sie hatte sich von ihrer Jugendalterzeit bis zu ihrer Universitätszeit in ihn verknallt, daher war ihr größter Wunsch, seine Frau zu sein.
Aber Luckas verachtete sie, sobald sie in seine Familie einheiratete.
Damals war sein Großvater schwer krank und brauchte eine freudige Gelegenheit, um hoffentlich das Unglück abzuwenden. Wie es der Zufall wollte, wurde sie als Lukas Frau ausgewählt.
Ihr habgieriger Vater und ihre Stiefmutter stimmten sofort der Hochzeit zu.
Sie konnte sich noch daran erinnern, wie begeistert sie war, als sie auf die Nacht ihrer Hochzeit wartete.
Doch als Lukas auftauchte, hatte er einen angewiderten Ausdruck im Gesicht. "Nina, ich lasse dich wissen, dass die Person, die ich heiraten möchte, Berta Schulz ist. Ich wollte dich nie heiraten! Nur Berta hat das Recht, meine Frau zu sein. Du bist nicht gut genug für mich", erklärte er.
Nina wusste, dass Lukas nicht verpflichtet war, sie zu lieben.
Dennoch hielt sie immer noch an der Hoffnung fest, dass der Mann eines Tages ihr lieben würde.
In den letzten drei Jahren ihrer Ehe, tat sie ihr Bestes, um eine gute und fürsorgliche Ehefrau zu sein.
Jeden Abend bereitete sie das Abendessen vor, damit er nach Hause zu frisch gekochtem Essen kommen konnte.
Egal wie spät es war, sie ging nie zu Bett, wenn er nicht zurückkehrte.
Wenn er bei gesellschaftlichen Veranstaltungen betrunken wurde, kümmerte sie sich liebevoll um ihn, anstatt ihn in fremde Hände zu überlassen.
Wenn er krank oder verletzt war, sorgte sie sich mehr als jeder andere um ihn.
Jeden Winter schaltete sie die Heizung ein und füllte die Badewanne mit heißem Wasser für ihn. Morgens stand sie früher als gewöhnlich auf, um seine Kleidung aufzuwärmen, damit er nicht frieren würde.
Dennoch liebte er sie nie, und er würde sie nie lieben.
Vorgestern war Ninas Geburtstag, aber Lukas ging ins Krankenhaus, um Berta Unternehmen zu leisten.
Da verstand Nina endlich, dass ihre einseitigen Gefühle niemals erwidert werden würden.
Sie würde es nie schaffen, Lukas für sich zu gewinnen, denn sein Herz gehörte einer anderen Frau.
Daher beschloss Nina aufzugeben.
Lukas wachte erst um zehn Uhr morgens auf.
Das Erste, was er nach dem Aufwachen tun wollte, war, Nina zu erwürgen.
Lukas war der Geschäftsführer der Schubert Group und bekannt für seine Scharfsinnigkeit. Niemand in der Geschäftswelt konnte ihm das Wasser reichen. Daher war er noch nie in die Falle eines anderen getappt.
Niemals hätte er in seinen wildesten Träumen erwartet, auf diese Frau hereinzufallen!
Voller Wut sah er sich im Raum um, konnte Nina jedoch nirgendwo entdecken. Aus dem Augenwinkel heraus sah er das Dokument auf dem Nachttisch.
"Was ist das?"
Lukas Augenbrauen runzelten sich, als er das Dokument mit den Worten "Scheidungsvereinbarung" auf der Titelseite in fetter Schrift aufhob.
Sein Blick wurde gefährlich schmal.
Zuerst griff sie zu diesem abscheulichen Trick, um mich zum Sex zu zwingen, und jetzt will sie die Scheidung. Ha! Wie viele Tricks hat sie noch auf Lager?
Lukas weigerte sich zu glauben, dass Nina ihn wirklich scheiden wollte.
Er stand auf, zog sich an und ging wütend die Treppe hinunter. "Hast du Nina gesehen?", fragte er den Butler Jonas.
Überrascht antwortete Jonas schnell: "Herr Schubert, Frau Schubert hat das Haus mit ihrem Gepäck vor Morgengrauen verlassen."
Als er das hörte, blieb Lukas überrascht stehen.
Sechs Jahre später im VR Institut für medizinische Forschung, Bremen.
Nina war gerade aus ihrem Labor getreten, als ihre Assistentin Linda ihr sagte: "Dr. Heinrich, Professor Jakob möchte mit Ihnen sprechen. Er möchte Sie in seinem Büro sehen."
Nach einer durchwachten Nacht fühlte sich Nina schläfrig. Doch als sie Lindas Worte hörte, riss sie sich aus ihrer Benommenheit und ihr Verstand klärte sich.
"Hat er etwas gesagt? Sag mir nicht, dass meine kleinen Racker wieder die Forschungsergebnisse zerstört haben?"
"Anscheinend", antwortete Linda.
Sie warf Nina einen mitfühlenden Blick zu.
Nina war eine effiziente und fähige Frau. In jungen Jahren wurde sie zur Schülerin von Wolfgang Jakob, dem besten Professor in der medizinischen Welt. Dank ihrer herausragenden Fähigkeiten wurde sie nie wegen ihrer Arbeit gerügt.
Dennoch hinderte das sie nicht daran, zum Sündenbock für ihre frechen Söhne zu werden.
Linda tröstete sie: "Du hast drei Tage im Labor verbracht, also waren Arne und Paul besorgt um dich. Sie haben ihre Tage damit verbracht, in Professor Jakobs Büro herumzutollen. Ich glaube, er hat ein paar neue weiße Haarsträhnen von dem Ärger bekommen, den sie verursacht haben."
Als sie das hörte, bekam Nina Kopfschmerzen. Sie konnte nicht anders, als die Situation auch lustig zu finden.
Vor sechs Jahren hatte sie das Schubert-Anwesen ohne zu zögern verlassen und war ins Ausland gegangen.
Ursprünglich wollte sie ihr Studium fortsetzen, entdeckte aber bald, dass sie schwanger war.
Damals befand sie sich in einem Dilemma, ob sie ihre Kinder abtreiben sollte. Als sie im Krankenhaus ankam, änderte sie ihre Meinung, denn sie konnte es nicht ertragen, sich von ihren Kindern zu trennen.
Am Ende behielt sie ihre Kinder.
Nina war mit Drillingen schwanger - zwei Jungen und ein Mädchen.
Bei der Geburt war ihr Mädchen ohne Lebenszeichen aufgrund von Sauerstoffmangel geboren worden, nur die Jungen überlebten. Sie gab ihnen die Spitznamen Arne und Paul.
Der Gedanke an ihre genialen Söhne erfüllte Nina mit vollkommener Glückseligkeit.
Allerdings ließ sie die Schultern sinken, als sie sich daran erinnerte, dass sie aufgrund ihrer Handlungen zurechtgewiesen werden sollte.
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Kapitel 2 — Seine Frau und seine Kinder verlassen
Nina eilte in Wolfgangss Büro.
Nachdem sie die Tür geöffnet hatte, entdeckte sie die kleinen Schurken drinnen. Sie saßen lässig auf dem Sofa im Büro und schaukelten mit den Beinen.
Die Jungs strahlten, als sie Nina sahen. Sie sprangen vom Sofa und rannten aufgeregt auf sie zu. "Mama, du bist endlich fertig! Ich dachte, du würdest für immer im Labor bleiben!"
"Mama, du hast hart gearbeitet! Bist du müde? Setz dich hin. Ich werde dich massieren."
Sie führten Nina zum Sofa, damit sie Platz nehmen konnte.
Als Nina ihre Fürsorge spürte, fand sie plötzlich, dass es sich lohnte, angeschrien zu werden.
"Schau, wie gehorsam du bist. Du warst nicht so, als du vorhin in meinen Computer eingebrochen bist!" Wolfgang schnaubte wütend hinter seinem Schreibtisch.
Arne erklärte: "Es war alles deine Schuld, Professor Jakob! Du hast Mama immer gebeten, Überstunden zu machen. Sieh doch mal, sie wird mangelernährt!"
"Stimmt! Mama ist ein gewöhnlicher Mensch. Wie konntest du sie dazu bringen, Tag und Nacht zu arbeiten?" Paul mischte sich ein, während er Ninas Schulter knetete.
Mit steigender Wut gab Wolfgang ein Lachen von sich und antwortete: "Du beschützt sie viel zu sehr! Jeder im Forschungsinstitut macht dasselbe!"
Damit schüttelte er den Kopf und wandte sich an Nina. "Wie ist deine Forschung gelaufen?"
Nina lächelte ihn an. "Es lief reibungslos. Ich werde dir die Daten später schicken."
Sie hielt inne und fragte: "Hast du die Daten in deinem Computer wiederhergestellt?"
Wolgang fuhr sich frustriert durch die Haare. "Es ist eine Stunde vergangen, aber ich kann immer noch nichts wiederherstellen."
Amüsiert klopfte Nina Pauls Hand. "Paul, geh und stelle Professor Jakobs Computer wieder her. Sei nicht ungezogen. Was ist, wenn er wichtige Daten verliert?"
Paul antwortete sofort: "Das wird nicht passieren. Ich erstelle jedes Mal eine Sicherungskopie und verschiedene Sicherheitsstufen. Er wird nichts verlieren!"
Damit ging er zu Wolgangs und stellte dessen Computer wieder her.
Die Finger des kleinen Jungen tippten wütend auf der Tastatur und erzeugten Zeilen von Codes.
Ein paar Minuten später blinkte der Computerbildschirm und kehrte zur Normalität zurück.
Wolfgang warf einen bewundernden Blick auf seinen Computer. Er musste zugeben, dass die Söhne seines Mentees Genies waren.
Arne war schon in jungen Jahren ein medizinisches Genie. Er war in der Lage, Tausende von Kräutern zu unterscheiden und zeigte sein Talent in der Medizin. Er hatte auch ein scharfes Auge für Investitionen.
Paul hingegen interessierte sich für Programmierung. Er war jetzt ein kleiner Hacker, der sehr sensibel für Zahlen war. Wie sein Bruder war er auch in Investitionen sehr erfolgreich.
Außerdem waren beide liebenswert, reif und frech.
Deshalb konnte er sich nicht dazu bringen, sie anzuschreien, wenn sie Ärger machten. Stattdessen konnte er nur seinen Frust an Nina auslassen.
Nina entschuldigte sich sofort. "Es tut mir leid, Professor Jakob. Bitte geben Sie den Kindern nicht die Schuld für ihre Streiche."
Bitte schreien Sie mich auch nicht an. Ich kann nicht immer ihr Sündenbock sein, oder?
Wolfgang lachte über ihre Reaktion. "Keine Sorge. Ich habe dich nicht hierher gerufen, um dich anzuschreien. Ich habe eine Aufgabe für dich. Hör zu, ich plane, ein Forschungsinstitut im Land aufzubauen. Es wird sich auf traditionelle Medizin konzentrieren. Aber ich bin hier noch beschäftigt und kann im Moment nicht gehen. Nach reiflicher Überlegung habe ich beschlossen, dich zurückzuschicken!"
Nina hatte keine Ahnung, dass er das sagen würde. Sie erstarrte und zögerte.
Zurück nach Hause gehen?
Sie hatte nie daran gedacht, nach sechs Jahren wieder an diesen Ort zurückzukehren.
Immerhin hatte sie dort keine Familie oder jemanden, den sie mochte.
Außerdem hatte sie sich in Bayern verliebt.
Ihre erste Reaktion war es, das Angebot abzulehnen. "Professor Jakob, ich-"
Wolfgang unterbrach sie. "Nina, ich weiß, dass du nicht zurückgehen möchtest, aber ich hoffe, du wirst meinen Vorschlag in Betracht ziehen. Du bist seit Jahren meine Studentin, also glaube ich, du weißt, wie weitreichend und tiefgründig die traditionelle Medizin ist. Hier gibt es nicht genug Kräuter für dich zu erforschen. In Regensburg wirst du alle Kräuter haben, die du möchtest. Du kannst sie frei verwenden und erforschen. Am wichtigsten ist, dass in Regensburg viele versteckte und angesehene Familien über alte medizinische Fähigkeiten verfügen. Ich erinnere mich, dass du daran interessiert bist, oder? Deshalb habe ich den Vorschlag gemacht, dass du nach Regensburg zurückkehrst. Du hast eine glänzende Zukunft vor dir. Außerdem bist du jetzt anders. Egal was passiert oder wem du begegnest, ich glaube, du kannst alles ruhig bewältigen, oder?"
Bei seinen Worten schwieg Nina.
Er hat recht. Ich bin jetzt eine völlig andere Person geworden. Ich kann allen Hindernissen ohne Angst begegnen. Außerdem sind sechs Jahre vergangen. Vielleicht ist dieser Mann bereits mit seiner ersten Liebe verheiratet. Warum habe ich Angst?
Mit diesem Gedanken atmete Nina tief ein und nickte feierlich. "In Ordnung, dann. Professor Jakob, ich werde auf Sie hören und nach Regensburg zurückkehren."
Wolfgang strahlte. "Ich bin froh, dass du dich schnell entschieden hast. Mach dir keine Sorgen. Ich werde Linda bitten, mit dir zu kommen. Ich werde auch ein Team arrangieren, das dir dort hilft."
"Großartig. Danke, Professor Jakob!" Nina nickte knapp.
Während sie sprachen, warfen Arne und Paul sich einen Blick zu. Sie konnten die Aufregung des anderen spüren.
Mama kehrt endlich nach Regenburg zurück!
Tatsächlich hatten die beiden schon seit langem darauf gewartet, zurückzukehren. Immerhin war ihr Vater dort. Sie wollten ihn persönlich sehen. Natürlich wollten sie ihm auch eine Lektion erteilen, weil er seine Frau und seine Kinder verlassen hatte.
Zwei Tage später landeten Nina und die Jungs am Regensburg-Oberhub Flughafen.
Nina war nach sechs Jahren endlich wieder in Regensburg.
Nachdem sie das Flugzeug verlassen hatten, gingen sie den Gang entlang. In diesem Moment drückte Paul seine Beine zusammen und zog an der Ecke von Ninas Rock. "Mama, ich muss jetzt pinkeln."
Nina und Arne lachten über seinen dringenden Ausdruck. "Okay. Dann lass uns gehen."
Sie streckte die Hand aus und wuschelte Paul durch die Haare.
Paul zitterte sofort heftig. "Hör auf, Mama. Ich werde in die Hose machen!"
Mit einem Lachen führte Nina ihn zur Toilette.
Arne brachte ihn dann in die Toilette, während Nina draußen mit ihrem Gepäck wartete. Sie vergaß nicht, ihrem Professor eine Nachricht zu schicken, um ihn über ihre Ankunft zu informieren.
Plötzlich erklang eine vertraute Stimme.
"Idioten! Wie konnten so viele von euch versagen, ein Auge auf ein kleines Mädchen zu haben? Wozu seid ihr gut, wenn ihr nicht einmal eine so einfache Aufgabe erledigen könnt?"
In der melodischen, tiefen und reichen Stimme des Mannes lag ein Hauch von Wut. Sie war angenehm für die Ohren.
Ninas Hände, die gerade dabei waren, eine Nachricht auf ihrem Handy zu tippen, erstarrten augenblicklich.
Seit sechs Jahren hatte sie diese Stimme nicht mehr gehört, aber sie fand sie immer noch unheimlich vertraut.
Als sie aufblickte, entdeckte Nina die große Gestalt in einiger Entfernung.
Nicht weit entfernt stand ein großer Mann. Sein schwarzer Anzug betonte seine langen Beine und verlieh seiner Figur eine gewisse Eleganz. Selbst in der Menge fiel er auf.
Nina konnte sein perfektes Profil aus ihrer Sichtlinie erkennen.
Seine hohe Nase und seine geformten Gesichtszüge waren der Neid vieler. Tatsächlich sah er so gut aus, dass andere Männer im Vergleich zu ihm blass wirkten.
Lukas Schubert!
Ninas Herz zog sich bei seinem Anblick zusammen.
Sie hatte keine Ahnung, dass sie ihm am Tag ihrer Ankunft begegnen würde.
Die Gefühle, die sie tief in ihrem Herzen begraben hatte, kamen vorübergehend zum Vorschein, aber sie verschloss sie schnell wieder.
Ihr Blick wurde frostig.
Sie konnte endlich ruhig vor ihm erscheinen.
Gerade in diesem Moment kamen die Jungen aus der Toilette. "Mama, wir sind fertig!" verkündeten sie fröhlich.
Nina wurde aus ihrer Trance gerissen und hatte fast einen Herzinfarkt.
Der erste Gedanke, der ihr in den Sinn kam, war, dass sie sofort gehen musste. Ich darf nicht zulassen, dass Arne und Paul ihn sehen. Sie ähneln ihm. Wenn sie sich begegnen, wird er definitiv merken, dass etwas nicht stimmt!
Nina wollte sich nicht noch einmal mit ihm einlassen.
Aufgeregt drängte sie: "Seid ihr fertig? Kommt, lasst uns gehen. Ihr wollt doch nicht, dass eure Patentante wartet, oder?"
Ohne auf eine Antwort zu warten, zog sie ihr Gepäck weg.
Halb in seinem Telefongespräch vertieft, hörte Lukas eine vertraute Stimme und drehte sich an seiner Schulter um.
Aus dem Augenwinkel heraus entdeckte er eine vertraute weibliche Gestalt.
Nina Heinrich? Ist sie das? Sie ist zurück?
Lukas lief ihr sofort hinterher, aber ihre Gestalt war bereits in der Menge verschwunden.
Als sein Blick sich verdunkelte, war Lukas kurz davor, vor Wut zu explodieren.
Sie hat das Land so entschlossen verlassen und sogar das Kind zurückgelassen. Es gibt keine Möglichkeit, dass sie zurück ist!
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Kapitel 3 — Der kleine Stumme
Nonas Herz schlug bis zum Hals, als sie eilig aus dem Flughafen ging. Immer wieder drehte sie sich um, um sicherzugehen, dass er ihnen nicht gefolgt war.
Glücklicherweise war seine Gestalt auch nach dem Verlassen des Flughafens nirgendwo zu sehen.
Nina konnte endlich erleichtert aufatmen.
Die Kinder fanden es seltsam, dass sie ständig den Kopf drehte, um hinter sich zu schauen.
Da Nina ängstlich wirkte, wussten sie, dass es nicht der richtige Zeitpunkt war, Fragen zu stellen. Ohne ein Wort erlaubten sie ihr gehorsam, sie herauszuziehen.
"Nina! Arne! Paul!" rief eine Frau aus der Ferne.
Die drei hoben ihre Köpfe und sahen eine Frau in einem Anzug, die ihnen fröhlich winkte, während sie sich ihnen näherte.
Nina entspannte sich allmählich beim Anblick der Frau. Mit einem Lächeln sagte sie: "Finja, es ist so lange her!"
Finja Schumacher war ihre beste Freundin aus der Universität und arbeitete derzeit als Ärztin in ihrem eigenen Familienkrankenhaus.
Kurz darauf blieb Finja vor ihnen stehen und warf Nina ihre Arme um. "Du bist endlich zu Hause. Ich habe dich so vermisst!", sagte sie freundlich.
Nina lachte und antwortete: "Ich habe dich auch vermisst."
Über die Jahre hinweg hatten sie online Kontakt gehalten, aber selten die Gelegenheit, sich im wirklichen Leben zu treffen.
Nachdem sie ihr eine Umarmung gegeben hatte, hockte sich Finja hin und zog die Jungen in eine Umarmung. "Meine Babys, vermisst ihr mich?"
Arne und Paul kicherten entzückend, bevor sie im Chor antworteten: "Natürlich vermissen wir dich! Tante Finja, wir haben sogar von dir geträumt. Du bist immer noch genauso hübsch wie früher!"
"Wie süß von euch!" Finja strahlte glücklich, nachdem sie ihr Lob gehört hatte.
Ninas Wachsamkeit war immer noch hoch. Sie sah zum Tor des Flughafens und sagte ruhig: "Lasst uns gehen. Wir können zu Hause reden."
Finja gab den Jungen jeweils einen Kuss auf die Wange, bevor sie aufstand. Nachdem sie das Gepäck in ihren Kofferraum gelegt hatte, bat sie sie in ihr Auto und fuhr los.
Zur gleichen Zeit tauchte Lukas am Tor des Flughafens auf.
"Stornieren Sie meinen Termin im Ausland", sagte er seinem Assistenten Josef Hiller.
Heidi nickte kurz zur Bestätigung. "Herr Schubert, wir haben die Suche nach Frau Johanna ausgeweitet. Sie ist jung und kann nicht weit gekommen sein. Machen Sie sich keine Sorgen."
Frau Johanna ist Herr Schuberts geliebte Tochter. Es ist wichtiger, sie zu finden. Seine Arbeit im Ausland ist in dieser Situation nicht so wichtig.
Lukas Blick wurde dunkel, als er auf den am Straßenrand geparkten Maybach zusteuerte.
Bald darauf fuhr das Auto davon.
Eine Stunde später kam Finjas Auto in Durwest Garden an. Es war eine Wohngegend voller Villen.
Nina hatte Finja um Hilfe gebeten, um einen Platz zu mieten, und dies war das Haus, das Finja für sie gefunden hatte.
Die vier stiegen aus dem Auto aus und betraten unter Finjas Führung das neue Haus.
"Die Umgebung scheint schön zu sein. Ich mag diesen Ort."
Zufrieden drehte sich Nina um und sah Finja an. "Du bist ziemlich effizient, oder?"
Finja zog eine Augenbraue hoch. "Ich bin deine Nachbarin. Der Besitzer dieses Hauses ist in die Hauptstadt gezogen und wollte dieses Haus vermieten. Ich bin zufällig darauf gestoßen. Immer wenn wir Zeit haben, können wir uns gegenseitig besuchen."
Ninas Lippen kräuselten sich, während sie zustimmend nickte.
Nachdem sie ihre Sachen kurz ausgepackt hatte, war es Zeit für das Abendessen.
Daher brachte Finja sie zum Abendessen mit.
Sie war gerade auf den Parkplatz des Restaurants gefahren und wollte ihr Auto parken, als ein kleines Mädchen aus einer dunklen Ecke gelaufen kam.
Finja trat auf die Bremse, bevor ihr Auto das kleine Mädchen treffen konnte. Schockiert starrte sie auf das Mädchen, das auf den Boden gefallen war.
Auch Ninas Herz raste vor Aufregung über den beinahe Unfall. Sie drehte sich um, um sicherzugehen, dass ihre Jungen in Ordnung waren, bevor sie die Tür öffnete, um auszusteigen.
Ein junges Mädchen von etwa fünf Jahren saß nur wenige Zentimeter vom Auto entfernt auf dem Boden. Sie saß dort und war offensichtlich geschockt.
Ninas Herz erweichte bei diesem Anblick. Vorsichtig näherte sie sich dem Mädchen und fragte: "Hallo, bist du verletzt?"
Das kleine Mädchen hatte eine helle Haut und sah süß aus mit ihrem hochgesteckten Haar. Sie hatte eine hohe Nase, große Augen und zarte Gesichtszüge. In einem rosa flauschigen Kleid gekleidet, umarmte sie eine teure Puppe.
Als sie Ninas Stimme hörte, fasste das kleine Mädchen sich wieder und schüttelte schüchtern den Kopf. Dabei vergaß sie nicht, Roxanne misstrauisch anzusehen.
Ninas Herz bewegte sich, als sie das kleine Mädchen still beobachtete. Nachdem sie bestätigt hatte, dass das Mädchen unverletzt war, atmete sie innerlich erleichtert auf und streckte die Hand aus, um dem kleinen Mädchen aufzuhelfen.
Sie hatte gerade ihre Hand ausgestreckt, als das kleine Mädchen vor Angst zurückschrak.
Ninas Hand blieb in der Luft stehen. Mit einem beruhigenden Lächeln erklärte sie: "Keine Sorge. Ich möchte dir nur helfen, aufzustehen."
Sie sah sich zweifelnd um und fragte: "Wo sind deine Eltern? Warum bist du allein?"
Das kleine Mädchen umarmte ihre Puppe fest und schüttelte den Kopf, ohne ein Wort zu sagen.
Ninas Augenbrauen zogen sich zusammen, denn sie wusste nicht, wie sie mit dem Mädchen kommunizieren sollte.
Bald darauf stiegen Finja und die Jungen aus dem Auto aus.
Arne und Paul warfen sich einen neugierigen Blick zu, als sie bemerkten, dass das kleine Mädchen die ganze Zeit über schwieg.
Sie sieht niedlich aus. Warum spricht sie nicht? Könnte sie stumm sein?
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