Ersatz für Alpha Dom
Mein Mann hat mich mit meiner besten Freundin betrogen. Er hat mich mit der Antibabypille vergiftet!!! Um meine letzte Chance auf ein Baby zu bekommen, beschloss ich, einen Spender zu finden, aber es passierte ein Unfall und jetzt bin ich mit dem Baby des...
Kapitel 1 - Verrat
Ella
„Es tut mir leid, Ella“, sagt mein Arzt sanft. „Ich fürchte, du hast nur noch sehr wenige lebensfähige Eierzellen. Ehrlich gesagt sehe ich diese Zahlen normalerweise bei Frauen, die zehn oder fünfzehn Jahre älter sind als du.“
„Was?“ murmele ich, meinen Ohren nicht trauenden traue meinen Ohren nicht. Ich versuche seit Jahren schwanger zu werden. Ich bin erst 30, ich sollte noch genug Eizellen haben.
„In Bezug auf die Fruchtbarkeit hast du nur noch sehr wenig Zeit“, fährt sie fort. „Wenn du schwanger werden willst, musst du das vor Beginn deines nächsten Zyklus tun.“
„Mein nächster Zyklus?“ wiederhole ich, mein Mund steht vor Schock offen. Ich liebe Kinder mehr als alles andere, und obwohl es vielleicht nicht das Ziel jeder Frau ist, wünsche ich mir nichts mehr als Mutter zu sein.
Ich muss nach Hause und meinem Freund diese Nachricht mitteilen, wir dürfen keine Zeit verlieren.
Ich schaffe es in Rekordzeit nach Hause, platze durch die Tür und öffne den Mund, um nach Mike zu rufen, halte aber abrupt inne. Sobald ich hereinkomme, sehe ich ein Paar High Heels und eine Handtasche neben der Tür - keines davon gehört mir.
Ich spitze die Ohren in Richtung Schlafzimmer, und mir wird übel, als ich das unverkennbare Geräusch von Stöhnen höre, begleitet von einem gleichmäßigen dumpfen Aufprall, wenn das Bett gegen die Wand stößt. Noch schlimmer als zu Erkennen realisieren, dass Mike offensichtlich mit einer anderen Frau dort drin ist, ist zu Erkennen realisieren, mit wem er zusammen ist. Ich kenne diese Handtasche und ich kenne diese Schuhe - sie gehören meiner besten Freundin, Kate.
„Verdammt, Ella ist so dumm“, lacht Mike, „kannst du glauben, dass sie tatsächlich erwartet, ein Baby mit ihr zu haben, dass ich ein Kind mit ihr mache?“
Kate schnaubt, „sie ist wahnsinnig. Ich weiß nicht, wie du es überhaupt so lange mit ihr ausgehalten hast.“
„Wenn sie nicht so schön wäre, hätte ich ihr nie Beachtung geschenkt“, spottet Mike. „Zum Glück haben tägliche Dosen von Plan B der Antibabypille sie daran gehindert, jemals schwanger zu werden.“
„Die Pille danach Antibabypille?“, fragt Kate. „w…wie hast du es geschafft, sie ihr zu geben, ohne dass sie es merkt?“
„Ich habe es in ihren Morgenkaffee getan“, kichert Mike, viel zu stolz auf sich.
Meine Sicht wird komplett rot als alles endlich zusammenpasst. Plötzlich wird klar, warum ich nie schwanger werden konnte, obwohl ich mehrmals die Woche jahrelang ungeschützten Sex hatte. Es wird zudem klar, wie ich die Eizellen einer 45-Jährigen haben kann, wenn mein abscheulicher Partner mir heimlich Notfallverhütungsmittel gegeben hat - wer weiß, welchen anderen Schaden, das meinem Fortpflanzungssystem noch zugefügt haben könnte.
Bevor ich es mir anders überlegen kann, aktiviere ich den Rauchmelder an der Wand, um das Paar im Schlafzimmer so sehr zu erschrecken. Ich will sie so sehr bestrafen, dass ich fürchte, sie anzugreifen, wenn sie herauskommen. Sofort sprüht Wasser aus dem Sprinklersystem an der Decke, während eine schriller Alarmton die Luft erfüllt, und ich höre Mike und Kate überrascht aufschreien.
Ein paar Momente später kommen sie aus dem Schlafzimmer gerannt, und bleiben stehen, als sie mich in der Tür stehen sehen. Mikes Augen werden sonderbar groß, „Warum bist du schon so früh zu Hause?“ Die Schlange hat die Frechheit beleidigt zu klingen, dass ich ihn überrascht habe, obwohl er derjenige ist, der mich Gott weiß wie lange hinter meinem Rücken betrügt. Er scheint zu merken, wie verdächtig es aussieht, dass er und Kate dort in Unterwäsche stehen, und fügt schnell hinzu: „Kate kam, um mich zu sehen, damit wir eine Überraschung für deinen Geburtstag planen können, aber dann haben wir Kaffee über unsere Kleider verschüttet, also mussten wir uns umziehen.“
Feuer lodert in meinen Adern. Er muss wirklich glauben, dass ich ein Idiot bin, wenn er erwartet, dass ich ihm eine solch schwache Ausrede abkaufe.
Es ist ein Beweis für ihre schrecklich niedrige Meinung von mir, dass sie meiner Schauspielerei glauben, und ich schwöre innerlich, mich auf die eine oder andere Weise zu rächen. Ich kann nicht glauben, dass ich so viele Jahre – die besten Jahre meines Lebens - für diesen Mistkerl verschwendet habe. Und jetzt hat er mir vielleicht auch noch meine Zukunft genommen. Sobald der Gedanke in meinen Kopf aufpoppt, weiß ich, dass ich keine Zeit mehr mit Mike verschwenden kann, ich habe wichtigere Dinge zu erledigen.
Nachdem ich mich mit einer Ausrede verabschiedet habe, eile ich zum zweiten Mal an diesem Nachmittag quer durch die Stadt, und renne in die tröstenden Arme meiner Ersatzschwester Cora. Wir sind nicht nur zusammen im Waisenhaus aufgewachsen, sondern sie wurde auch Gynäkologin und arbeitet jetzt für die exklusivste Samenbank der Stadt. Ich bin noch nie zu ihr gegangen, weil ich immer dachte, Mike und ich würden irgendwann auf natürliche Weise ein Kind bekommen, aber das ist offensichtlich keine Option mehr.
Selbst wenn ich einen Mann finden könnte, der bereit ist, rechtzeitig ein Kind mit mir zu machen, bin ich nicht bereit, nach Mikes Verrat jemandem zu vertrauen. Ich werde das allein machen müssen, und ich weiß, dass Cora mir helfen kann. Ich habe nicht viel Geld, aber ich habe genug Ersparnisse, um die Insemination bezahlen zu können, besonders da ich im Grunde nur noch einen Versuch habe.
Als ich ankomme fliegen alle meine Pläne, meine Situation Cora klar und präzise darzulegen, aus dem Fenster. Denn sobald ich meine Schwester sehe, breche ich zusammen. Sie umarmt und küsst mich, bis meine Tränen nachlassen, und zieht mir langsam die Geschichte Stück für Stück aus der Nase. Als sie von Mike und Kate hört, schimpft sie wie ein Kesselflicker, aber das ist nichts im Vergleich zu ihrer Reaktion, als ich ihr von meiner Fruchtbarkeit erzähle.
„Dieses Miststück! Ich bringe ihn um!“ Sie schäumt vor Wut und schaut mich mit besorgtem Ausdruck an. „Ella, wenn dein Arzt recht hat, bedeutet das, dass du nur noch eine Chance hast, schwanger zu werden.“
„Ich weiß“, schluchze ich. „Und wenn das mein einziges Kind sein wird, möchte ich kein Risiko eingehen. Ich möchte den besten Spender, den wir finden können.“
„Mach dir keine Sorgen“, versichert mich Cora, „Wir haben Spenden von Schauspielern, Models, Wissenschaftlern. Hier gibt es nur das Beste vom Besten.“ Sie wirft einen Blick zur Tür und senkt ihre Stimme. „Du hast es nicht von mir gehört, aber selbst Dominic Sinclair hat seine Proben hierhergeschickt, um sie zu testen.“
„Dominic Sinclair?“, wiederhole ich. „der Milliardär?“ Ich habe den Mann zwar in der Stadt gesehen, aber wir bewegen uns nicht wirklich in denselben Kreisen. Er lebt im selben Viertel, wie mein wohlhabender Arbeitgeber und sagt oft Hallo zu den Kindern, um die ich mich kümmere. Er ist aber immer von Leibwächtern umgeben und wirkt so einschüchternd, dass mir allein beim Gedanken an ihn ein Schauer den Rücken runterläuft.
„Oh mein Gott!“ Cora schlägt sich die Hand vor den Mund. „Ich sollte dir das gar nicht erzählen! Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe. Offenbar ist er selbst kein Unbekannter für Fruchtbarkeitsprobleme und hat uns mehr als jedes andere Labor im Land vertraut, seine Spermien zu handhaben. Ich habe seine Samenprobe gerade in dem anderen Raum.“ Sie wirkt besorgt als sie hinzufügt, „Aber Ella, du darfst es niemandem sagen. Du musst es mir versprechen!“
„Natürlich!“, stimme ich sofort zu. „Ich weiß, wie wichtig Vertraulichkeit hier ist.“
„Dankeschön“, haucht Cora. „Jetzt werde ich dir die Dossiers unserer Kunden geben, damit du einen Spender aussuchen kannst, und sobald du dich entschieden hast, werden wir dich schneller schwängern als du gucken kannst.“
Es ist keine leichte Entscheidung, aber schließlich wähle ich einen gutaussehenden Chirurgen, dessen Foto mich fast zum Schwärmen bringt. Cora verlässt den Raum nur kurz, um die Probe vorzubereiten, und obwohl sie etwas aufgeregt aussieht, als sie zurückkommt, führt sie die Insemination schnell und professionell durch und hält meine Hand, als der Eingriff beendet ist. „Es ist jetzt alles erledigt, Ella.“, verspricht sie. „Du kannst in zehn Tagen wiederkommen, dann können wir schauen, ob es geklappt hat.“
Zehn Tage. denke ich benommen. Zehn Tage, um meine gesamte Zukunft zu entscheiden.
Wenn ich nur gewusst hätte, dass bis zum Ende dieser zehn Tage meine Zukunft nicht mehr mir selbst gehören würde - sondern Dominic Sinclair.
Kapitel 2 - Gefeuert
Ella
Noch sechs Tage, denke ich, während ich auf das Datum auf meinem Kalender starre. Noch sechs Tage, bis ich herausfinde, ob meine Träume endlich wahr werden... oder einen völlig anderen Plan für mein Leben finden muss.
Seit Cora mich letzte Woche inseminiert hat, habe ich an nichts anderes gedacht. Ich bin so gespannt darauf, ob ich schwanger bin, dass ich noch nicht einmal angefangen habe, Mikes Verrat zu verarbeiten.
Ich versuche, einen kühlen Kopf zu bewahren, aber ich kann nicht anders, als mir meine Zukunft mit diesem Kind vorzustellen. So sehr ich auch versuche es nicht zu tun, erwische ich mich ständig dabei, davon zu träumen. Sogar beim Vorbereiten für die Arbeit morgens Summe ich vor mich hin.
Als ich auf dem Anwesen meines Arbeitgebers im exklusivsten Viertel von Moon Valley ankomme, was es praktisch zum exklusivsten Viertel der Welt macht, da Moon Valley eine der teuersten Städte des Planeten ist, werde ich sofort von zwei kleinen Stimmen begrüßt, die aufgeregt meinen Namen rufen. „Ella!“
Das Nächste, was ich weiß, ist, dass die 3-jährige Millie meine Beine umarmt, während ihr älterer Bruder Jake seine Arme um meine Mitte schlingt. „Guten Morgen, Liebespfützen!“, rufe ich aus und erwidere ihre Umarmungen. „Seid ihr bereit in das Museum zu gehen?“
„Ja!“, jubeln sie und rennen ohne anzuhalten nach draußen, um ihre Mäntel anzuziehen. Es dauert ein wenig, bis ich sie wieder hineinbekomme und für den kalten Wintertag eingepackt habe, aber bald machen wir uns auf den Weg durch den Schnee.
Jake rennt Millie und mir voraus, ungeduldig, um ins Wissenschaftsmuseum zu gelangen, und scheint nicht zu bemerken, dass die winzigen Beine seiner Schwester einfach nicht so schnell sind. Lachend hebe ich Millie in meine Arme und setze sie auf meine Hüfte. „Gott, du bist so groß geworden, du kleiner Wicht.“
„Gar nicht wahr“, grinst Millie. „Du bist einfach nur zu klein.“
Vielleicht hat sie recht. Mit einer Größe von eins fünfundfünfzig habe ich nicht gerade die Statur für schweres Heben. Ich bin in guter Verfassung, aber ich war noch nie besonders stark. „Schlaumeier“, necke ich und lache mit dem kleinen Mädchen.
Als ich zu Jake zurückblicke, merke ich, dass er ein paar Schritte vor uns stehen geblieben ist. Mein Herz setzt einen Schlag aus, als ich bemerke, warum. Wir stehen vor der Sinclair-Villa, und ihr Besitzer steht gerade mitten auf dem Bürgersteig, sein Blick brennt wie ein Brandeisen auf meiner Haut, als ich mich mit Millie nähere. Dominic Sinclair ist einer der attraktivsten Männer, die ich je gesehen habe, aber auch einer der furchterregendsten.
Mit dunklem Haar und durchdringend grünen Augen, markanten Gesichtszügen und einem so muskulösen Körper, dass ich schwach werden könnte, scheint es unfair, dass er so gut aussieht und auch noch so reich ist. Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte ich denken, dass es sein Reichtum oder seine imposante Größe ist, die ihn so einschüchternd erscheinen lässt, schließlich ist er mindestens eins vierundneunzig, was bedeutet, dass er mich und alle anderen um ihn herum überragt. Es sind jedoch keiner dieser Dinge, die mir imponieren. Es gibt einfach eine undefinierbare Qualität an dem Mann, die ich nicht benennen kann. Eine, die Gefahr schreit. Er strahlt eine Energie aus, die so roh und animalisch ist, dass man vergisst, dass es noch jemand anderen im Raum gibt.
Ich atme tief durch, und schließe die Lücke zwischen uns, damit Millie ihn begrüßen kann. Als sie ihn begrüßt, reißt Dominic seine Aufmerksamkeit von mir weg und schenkt ihr ein Lächeln, das so echt ist, dass es an meinen Herzsträngen zieht. Während ich ihn mit meinen beiden jungen Schützlingen sprechen sehe, erinnere ich mich an das, was Cora mir über seine Unfruchtbarkeitsprobleme erzählt hat. Er liebt Kinder offensichtlich, und ich empfinde Mitgefühl für ihn. Wenn jemand weiß, wie es ist anfühlt, sich nach einer eigenen Familie zu sehnen, dann bin ich es.
Jake zeigt Dominic gerade sein neues Spielzeugflugzeug. Er zieht das Matchbox-Modell aus seiner Tasche und demonstriert, wie weit es fliegen kann. Mit einem kräftigen Schwung lässt er das Spielzeug durch die Luft gleiten, nur damit es in der Mitte der Straße landet. Bevor einer von uns ein Wort sagen kann, rennt Jake hinterher, direkt auf die viel befahrene Straße.
„Jake, nein, pass auf!“, rufe ich und schaue ihm zu, wie er auf die Fahrbahn zuläuft, aber ich bin vor Angst gelähmt. Bevor ich darüber nachdenken kann, Millie abzusetzen, um ihm nachzulaufen, saust eine Bewegungsunschärfe an meinem Blickfeld vorbei. Ich habe noch nie jemanden sich so schnell bewegen sehen. Dominic wurde zu nicht mehr als einer verschwommenen Kontur seiner selbst, als er Jake hinterherjagte und ihn aus dem Weg zog, kurz bevor das Auto sie erfasste. Die Reifen des Fahrzeugs quietschen noch, als Dominic Jake neben mir absetzt, sein Ausdruck plötzlich sehr ernst.
„Das war sehr gefährlich.“, tadelt er sanft. „Du solltest niemals auf die Straße rennen, ohne zuerst beide Seiten zu überprüfen.“
Jake senkt den Kopf. „Es tut mir leid. Ich wollte nicht, dass mein Flugzeug überfahren wird.“
„Du bist eine Million Mal wichtiger als ein Spielzeug“, sagt Dominic bestimmt. „Und du hast deine Nanny halb zu Tode erschreckt.“
„Es tut mir leid, Ella“, schluchzt Jake und sieht mich mit großen Augen an.
„Ich weiß, Liebling, mach das bloß nie wieder“, atme ich auf und kuschle ihn an meine Seite. „Vielen Dank“, sage ich zu Dominic und fühle mich dankbarer, als ich ausdrücken kann. „Ich habe keine Ahnung, wie du dich so schnell bewegt hast! Es war wie in einem Superheldenfilm.“
„Das Adrenalin muss es gewesen sein“, zuckt Dominic mit den Schultern, und schenkt Millie ein weiteres Lächeln, bevor er sich verabschiedet. „Genießt den Rest eures Tages und bleib von der Straße weg, junger Mann!“
„Ja!“, ruft Jake ihm nach und steckt sein Flugzeug ein. „Es tut mir wirklich leid.“, fügt er für mich hinzu.
„Ist bereits vergessen“, sage ich ihm sanft, nehme aber seine Hand, damit er nicht wieder davonläuft.
„Alles ist so schnell passiert.“, erzähle ich Cora später an diesem Abend. „Ich meine, je mehr ich darüber nachdenke, desto erstaunlicher scheint es mir. In einem Moment war er da, und im nächsten war er weg. Es war wie Magie.“
„Gott sei Dank, geht es Jake gut.“, antwortet sie, aber anstatt erleichtert auszusehen, hat sie ihr Gesicht mit einer tiefen Grimasse verzogen.
Beim Studieren des Gesichtsausdrucks meiner Schwester bemerke ich, dass ihre düstere Miene nicht nur wegen Jakes knappem Entkommen ist. Etwas anderes stimmt nicht, und ich fühle mich schuldig, dass ich es nicht früher bemerkt habe. „Ist alles in Ordnung?“
Cora runzelt die Stirn. „Nicht wirklich. Aber du hast gerade so viel um die Ohren, es ist nicht wichtig.“
„Cora, sei nicht lächerlich“, schelte ich. „Was ist los?“
„Nun, es ist wegen Dominic Sinclair“, beginnt sie kryptisch. „Weißt du noch das Sperma, das er uns zur Untersuchung geschickt hat?“
„Ja“, bestätige ich und frage mich, worauf sie hinauswill.
„Es ist verschwunden... und ich bin die letzte Person, die es gesehen hat. Ganz zu schweigen davon, dass es in meiner Obhut war“, erklärt sie, ihre Stimme schwer vor Kummer. „Ella, ich glaube... ich glaube, ich werde gefeuert. Und wenn es eine Untersuchung gibt, könnte ich meine ärztliche Zulassung verlieren.“
„Was?“, rufe ich aus. „Was meinst du, es ist verschwunden? Eine Ampulle voll Sperma kann doch nicht einfach aufstehen und weglaufen.“
„Ich weiß! Ich denke, jemand musste es gestohlen haben, aber es gibt keine Möglichkeit herauszufinden, wer dafür verantwortlich ist. Und es sieht so aus, als ob ich die Schuld dafür tragen müsste“, teilt sie mit, ihre Augen vor Tränen glänzend.
„Cora, ich kann nicht glauben, dass du mir das nicht früher gesagt hast!“, beklage ich mich. „Sie können dich nicht einfach so entlassen, das ist nicht fair.“
„Du verstehst das nicht. Dominic ist einer unserer größten Investoren“, erklärt Cora. „Und er ist wütend. Er will im Grunde meinen Kopf auf einem Silbertablett.“
Vor einer Woche hätte ich vielleicht glauben können, dass es keine Hoffnung für Cora gibt. Aber als ich heute gesehen habe, wie nett und verständnisvoll Dominic mit den Kindern war, frage ich mich, ob er wirklich so herzlos sein könnte. Wenn er verstehen würde, dass Cora niemals so unverantwortlich wäre, würde er sicherlich etwas Nachsicht zeigen? Ich muss versuchen, ihr zu helfen, ich würde alles für meine Schwester tun. Selbst wenn ich einen skrupellosen Milliardär um Gnade bitten muss.
Kapitel 3 - Bitte
Ella
Noch drei Tage
Ich wiederhole diese Worte innerlich, während ich die Straße entlang gehe, und immer noch mit meiner möglichen Schwangerschaft beschäftigt bin, auch wenn ich mich darauf vorbereite, mich für meine Schwester einzusetzen. Auf gewisse Weise ist es ein Bewältigungsmechanismus: Ich stehe kurz davor, Dominic Sinclair zu bitten, Coras Job zu retten, und ich brauche einen tröstlichen Gedanken, um das durchzustehen.
Seine Leibwächter sehen mich als Erste, und ich sehe, wie sich ihre Münder bewegen, als sie mich näherkommen sehen, zweifellos um ihn über meine Anwesenheit zu informieren. Nervös nähere ich mich Dominic und frage mich zum hundertsten Mal, ob es ein Fehler ist. Wer bin ich, um den mächtigsten Mann auf dem Planeten um einen Gefallen zu bitten? Ich schüttle mich und sage der kleinen Stimme in meinem Hinterkopf, dass sie schweigen soll - das ist für Cora. Ich mag nicht mutig für mich selbst sein, aber ich kann es für sie sein.
„Herr Sinclair?“, frage ich zögernd und spüre, wie mein Herz heftig gegen meinen Brustkorb schlägt.
Er dreht sich um und blickt abfällig auf mich herab. „Ja?“
„Ich bin Ella Reina, ich bin das Kindermädchen von Jake und Millie Graves.“, beginne ich, und kaue auf meiner Unterlippe.
Seine dunklen Augen bleiben an meinem Lippen hängen, und plötzlich fühle ich mich wie ein ängstliches Kaninchen vor einem hungrigen Wolf. „Ich weiß, wer du bist, Ella.“ Der Klang meines Namens auf seinen Lippen schickt mir einen Schauer den Rücken entlang. Er spricht die mir vertrauten Silben mit so viel Inbrunst, als ob sie ihm wirklich etwas bedeuten.
„Oh... nun, ich möchte nicht unhöflich sein, aber ich bin mit Dr. Cora Daniels befreundet...“ Sobald ich ihren Namen sage, verschließt sich sein Gesichtsausdruck, und eine mir unbekannte Emotion blitzt in seinen Augen auf.
„Sie hat mir gesagt, dass sie Ärger bei der Arbeit hat, und ich weiß, dass Sie einer der Investoren der Samenbank sind.“, improvisiere ich. „Ich weiß nicht, wegen was Cora beschuldigt wird, aber ich bin sicher, dass sie unschuldig ist. Sie nimmt ihren Job unglaublich ernst und würde niemals etwas tun, um ihre Karriere zu riskieren.“
„Und was erwarten Sie, dass ich dagegen tun soll?“, fragt Dominic bedrohlich. Ich kann erkennen, dass er meine schwache Geschichte nicht glaubt, seine Körpersprache hat sich komplett verändert, und ich spüre seine aufsteigende Wut in der Luft um uns herum.
„Ich dachte nur... Ich hoffte, dass Sie dort genügend Einfluss haben könnten, um ein gutes Wort für sie einzulegen.“, beende ich und spüre, wie meine Wangen sich rot färben. Ich schäme mich einerseits für einen so schwachen Versuch, bin mir aber unsicher, wie ich sonst mit einem solch heiklen Thema hätte umgehen sollen. Das Letzte, was ich will, ist, Cora noch mehr Ärger zu bereiten.
Dominics Kiefer zuckt, als er mich mustert, und die Stimme in meinem Kopf drängt mich, wegzulaufen. „Wie ich gehört habe, hat Ihre Freundin einen sehr schwerwiegenden Fehler gemacht, und die Konsequenzen waren mehr als angemessen. Das Beste, was sie jetzt tun kann, ist, die Verantwortung für ihre Fehler zu übernehmen, und nicht ihre Freundin zu schicken, um ihre Drecksarbeit für sie zu erledigen.“
„Ich… das hat sie nicht getan. Sie weiß nicht einmal, dass ich hier bin! Ich schwöre.“, flehe ich.
„Ich habe alles gesagt, was ich zu diesem Thema zu sagen hatte.“, erklärt Dominic und wendet sich von mir ab, um in sein Haus zu gehen. Die Tür knallt hinter ihm zu, und ich bleibe mit seinen Leibwächtern zurück.
„Sie müssen jetzt gehen, Frau Reina“, verkündet einer der Männer schroff.
„Ich kann nicht.“, stöhne ich. „Er muss verstehen, dass sie alles verlieren wird!“
„Wir werden Sie nicht noch einmal bitten.“, knurrt der zweite Leibwächter, die Drohung deutlich in seinen Worten.
„Bitte! Sie ist unschuldig.“, flehe ich. „Sie müssen-“ bevor ich noch mehr sagen kann, packen mich die Männer an den Armen und versuchen, mich vom Grundstück zu führen. Wirklich verzweifelt, stemme ich mich gegen sie, und entscheide mich meine Würde für Coras Zukunft einzutauschen. „Ich flehe Sie an, wenn ich nur noch einmal mit Herrn Sinclair sprechen könnte.“
„Sie haben bereits mit ihm gesprochen.“, brummt der erste Leibwächter. „Und ehrlich gesagt hatten Sie Glück, dass er so großzügig zu Ihnen war. Ihre Freundin hat Ihnen offensichtlich Dinge erzählt, die sie nicht hätte erzählen sollen.“
Das Nächste, was ich weiß, ist, dass sie mich so heftig vom Grundstück werfen, dass ich das Gleichgewicht verliere und zu Boden stürze, während Tränen in meinen Augen aufblitzen. Die Eisentore knallen hinter mir zu, und ich habe keine andere Wahl, als mich davonzuschleichen, bevor ich mich noch weiter blamiere.
Natürlich war das erst der Anfang meines Unglücks. Als ich am nächsten Tag zur Arbeit kam, stellte ich fest, dass meine Schlüssel nicht mehr in die Schlösser der Haustür passten. Ich klopfte, überwältigt von meiner Verwirrung, und ein paar Minuten später schwang die Tür auf und enthüllte die wütende Mutter von Jake und Millie.
„Meine Schlüssel passen nicht mehr ins Schloss.“, sage ich ihr, und frage mich, warum sie mich so finster anstarrt.
„Sie sollen auch nicht passen.“, antwortet sie kalt. „Seit gestern Nachmittag werden Ihre Dienste nicht mehr benötigt.“
„Ich... Sie entlassen mich?“, piepse ich, und traue meinen Ohren nicht. „Warum?“
„Wir haben einen Anruf von den Nachbarn bekommen.“, erklärt sie hochnäsig. „Anscheinend haben Sie Jake am Tag zuvor auf die Straße rennen lassen, wo er fast von einem Auto erfasst wurde! Und gestern wurden Sie dabei gesehen, wie Sie sich vor Dominic Sinclairs Haus lächerlich gemacht haben. Sie sagten, seine Leibwächter mussten Sie wie eine Kriminelle vom Gelände schleifen.“
„Das ist ungerecht. Das ist nicht was passiert ist!“, flehe ich. „Jake hat sein Spielzeug auf die Straße geworfen und ist ihm nachgerannt, ich habe es nicht zugelassen. Und was mit Herrn Sinclair passiert ist, war ein Missverständnis.“
„Ich will Ihre Ausreden nicht hören.“, zischt sie. „Gehen Sie jetzt, bevor ich die Polizei rufe.“
„Bitte, kann ich mich zumindest von den Kindern verabschieden?“, bitte ich Sie und bete, dass sie mir diese eine Gnade gewährt.
„Ich wähle.“, sagt sie einfach und zieht ihr Handy aus der Tasche.
„Nein!“ Ich hebe flehend meine Handflächen, „Es ist in Ordnung, ich werde gehen.“
Zum zweiten Mal in dieser Woche ziehe ich beschämt durch diese prächtige Nachbarschaft, während Tränen über mein Gesicht strömen. Was noch schlimmer ist als den Job zu verlieren, ist die Tatsache, dass ich Jake und Millie die Situation nicht erklären konnte oder sie ein letztes Mal sehen konnte. Ich bin sicher, ihre Mutter wird ihnen schreckliche Dinge über mich erzählen, obwohl ich sie die letzten zwei Jahre liebevoll großgezogen habe.
Ich weiß, dass Dominic Sinclair dafür verantwortlich ist. Ich glaube meinem Ex-Chef keine Sekunde lang seine Geschichte über die Nachbarn. Er wollte mich eindeutig bestrafen, genauso wie er Cora bestraft. Ein Anflug von Wut überkommt mich, und plötzlich wünsche ich mir, dass ich ihn ebenfalls irgendwie bestrafen könnte. Es ist nicht meine Art, so rachsüchtig zu sein, aber im Moment fühlt es sich so an, als würde mein ganzes Leben auseinanderfallen, und das ist teilweise auch seine Schuld.
Ich habe all mein Geld für die Insemination ausgegeben, und ohne Job habe ich nichts mehr. Wie soll ich mir jetzt jemals ein Baby leisten können? Ich bin mir sicher, dass ich kein gutes Arbeitszeugnis von Jakes und Millies Mutter bekommen werde.
Als ob die Dinge nicht schon schlimm genug wären, finde ich bei meiner Rückkehr nach Hause einen Stapel Rechnungen im Briefkasten, von denen ich nicht einmal die Hälfte der Absender erkenne. Ich öffne sie nacheinander und meine Verwirrung und mein Unglaube wachsen von Minute zu Minute.
Als ich mir die Geschäfte auf den Aufstellungen der Kosten anschaue, wächst mein Verdacht: es sind alles Mikes Lieblingsorte. Ist es möglich, dass er das hinter meinem Rücken gemacht hat? Dass er mir die Rechnungen seit Monaten... oder sogar Jahren verheimlicht hat? Ich weiß, dass er es leugnen wird, wenn ich ihn damit konfrontiere, was mir nur einen Ausweg lässt.
Ich muss Kate anrufen. Meine ehemalige beste Freundin hat mich vielleicht komplett mit ihrer Affäre verraten, aber wenn jemand weiß, was Mike getrieben hat, dann sie.
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