Die Gefährtin des Königs Band 1: Funkenflug | Kostenlose Vorschau

Die Gefährtin des Königs Band 1: Funkenflug

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Kapitel 1

Ich atmete tief ein, als ich mit meinem Gepäck im Schlepptau durch den Flughafen ging. Ich konnte mich einfach nicht beruhigen, so sehr ich es auch versuchte.
Ich hasste es wirklich abgrundtief zu fliegen.
Und ein elfstündiger Flug nach Paris war das Letzte, das ich am Tag vor Heiligabend machen wollte. Aber meine Mutter hatte mich angefleht, die Feiertage mit ihr und ihrem Ehemann zu verbringen.
Ich wusste, dass sie mich nur aufgrund ihrer Schuldgefühle eingeladen hatte.
Ich hatte meine Mutter seit über fünf Jahren nicht gesehen und sie schien damals kein Problem damit gehabt zu haben, mich zurückzulassen, als mein Vater erkrankte.
Es hat nur ein Jahr gedauert, bis sie erneut geheiratet hat, und ein weiteres bis zu ihrem nächsten Kind. Sie hat meinen Vater und mich komplett aus ihrem Leben verbannt und so getan, als hätte es uns nie gegeben.
Deshalb hat es mich auch so wütend gemacht, dass sie mich jetzt einlud, sie zu besuchen.
Aber ich hatte sonst niemanden. Paris war meine einzige Option, wenn ich Weihnachten nicht allein verbringen wollte.
Durch die Sicherheitskontrolle zu gelangen war einfacher, als ich erwartet hatte, und ich fand mein Gate ohne große Schwierigkeiten. Doch selbst mit all diesem Glück war mir immer noch mulmig zumute.
Ich war zuvor nur zweimal in meinem Leben geflogen und beide Male aus Gründen, die ich lieber vermieden hätte.
Das erste Mal war für die Beerdigung meiner Großmutter in Florida. Das zweite Mal war für die Hochzeit meiner Mutter mit einem Mann, den ich zuvor noch nie getroffen hatte – ein Mann, der nicht mein Vater war –, in Paris.
Sprich, ich fand Fliegen nicht nur absolut furchterregend. Es brachte mich auch in Situationen, in denen ich nicht sein wollte. Ich wusste, dass auch dieser Flug keine Ausnahme sein würde.
Ich wartete ungefähr eine halbe Stunde auf das Boarding. Ich wollte früh da sein, um sicherzugehen, dass ich den Flug nicht verpasse. Ich wollte nicht für einen weiteren Flug bezahlen müssen.
Als ich im Flugzeug war, konnte ich meine Hände nicht davon abhalten, zu zittern. Eine Flugbegleiterin lächelte mich an, als ich an ihr vorbeiging, und schenkte mir ein beruhigendes Nicken, als sie meine Nervosität bemerkte.
Ich tat mein Bestes, um das Lächeln zu erwidern.
Als ich endlich an meinem Platz weit hinten im Flugzeug ankam, sah ich den Mann an, der für die nächsten elf Stunden neben mir sitzen würde.
Sein Blick wanderte an meinem Körper auf und ab und verharrte für einen Moment auf meiner Brust, bevor er zu meinen Augen wanderte.
Er lächelte. „Oh, hallo.”
Großartig. Einfach nur großartig.
Ich darf die nächsten elf Stunden damit verbringen, von einem Perversling angegafft zu werden.
„Hi”, murmelte ich.
Ich ignorierte den Perversling, nahm mein Handgepäck und verstaute es in dem Gepäckfach über meinem Sitz.
Als ich bemerkte, dass das Arschloch – das mich nun bei meinem Kampf mit dem Gepäck beobachtete – seinen Koffer genau in die Mitte des Gepäckfachs gelegt hat, schnaubte ich verärgert und versuchte, mit einer Hand sein Gepäck zur Seite zu schieben und meines daneben unterzubringen.
Ich hatte es fast geschafft, mein Gepäck zu verstauen, als ich fühlte, wie sich Hände um meine Taille legten und meine nackte Haut berührten, die freigelegt wurde, als ich mit dem Gepäck herumhantierte.
Weil ich dachte, dass es der Perversling war, versuchte ich, zur Seite zu springen, aber ich hielt inne, als sich der Griff um mich verstärkte und Funken über meinen Körper liefen.
Ich riss meinen Kopf herum, um zu sehen, wessen Hände mich berührten, und spürte dann, wie sich meine Augen weiteten, als ich ihn erblickte.
Er war atemberaubend … So groß, dass er in diesem kleinen Flugzeug beinahe lächerlich aussah.
Seine Muskeln zeichneten sich unter seinem schwarzen T-Shirt und seiner blauen Jeans ab, was mir sagte, dass er eine Menge Zeit im Fitnessstudio verbringen musste.
Er hatte schokoladenbraune Haare, hypnotisierende grüne Augen und einen Kiefer, der so scharf war, dass er Papier damit hätte schneiden können.
Seine Lippen waren sinnlich und voll und ich lehnte mich unbewusst an ihn, während ich mir vorstellte, wie es sich wohl anfühlen würde, meine Lippen auf die seinen zu drücken.
Ein plötzliches tiefes Knurren brachte mich zurück in eine aufrechte Position und mein Blick traf den seinen, wodurch ich bemerkte, dass er mich dabei beobachtet hatte, wie ich ihn angestarrt habe. Meine Wangen wurden sofort rot, aber bevor ich Zeit dazu hatte, mich zu schämen, sprach er.
„Du gehörst mir. Gefährtin”, sagte er und seine tiefe, raue Stimme hallte in meinen Ohren. Er drückte sanft meine Taille, als er seine Stirn an meine legte und tief einatmete.
Ich hätte ihm wahrscheinlich eine Ohrfeige geben sollen, aber stattdessen schloss ich meine Augen und genoss das Gefühl seiner um mich gelegten Arme, während mir köstliche Funken durch den Körper schossen. Ich hatte nicht einmal gewusst, dass sich etwas so gut anfühlen konnte.
Ich spürte, wie sein Kopf sich von meinem entfernte und er anfing, an meinem Hals zu schnüffeln. Ich neigte meinen Kopf zur Seite, um ihm besseren Zugang zu gewähren, und er knurrte anerkennend.
Und dann spürte ich, wie er mir sanft einen Kuss auf die Stelle gab, wo sich Hals und Schulter treffen. Zuerst wurden meine Knie schwach, dann wurde mein ganzer Körper taub, während ein gehauchtes Seufzen meinem Mund entwich.
Er lächelte gegen meinen Hals, kicherte und nahm mein ganzes Gewicht in seine Arme, als ich mich nun völlig an ihn lehnte, um nicht hinzufallen.
Ich war absolut im Himmel.
Ich wurde aus meiner Trance gerissen, als sich jemand räusperte, und ich versuchte quietschend, mich zurückzuziehen und mich daran zu erinnern, wo ich war.
Als ich versuchte, den mysteriösen und unglaublich gutaussehenden Fremden wegzustoßen, vergaß ich leider voll und ganz den Koffer, den ich noch immer mit meiner Hand im Gepäckfach über mir festhielt.
Ich hörte, wie mein Koffer auf mich zu rutschte, und duckte mich, wobei ich erwartete, dass der Koffer jeden Moment gegen meinen Kopf krachen würde.
Aber es passierte nichts und stattdessen hörte ich die Worte: „Vorsicht, Schönheit.”
Ich blickte zu dem Mann vor mir auf, dessen eine Hand noch immer beanspruchend unter meinem T-Shirt auf meinem unteren Rücken ruhte. Seine andere Hand hielt jetzt meinen Koffer über meinem Kopf.
Er lächelte mich an und zwinkerte mir zu, bevor er meinen Koffer in das Gepäckfach stopfte und es zuklappte.
Mit seiner Hand noch immer auf meinem Rücken, drehte er sich zu der Frau hinter ihm um, die während unseres intensiven Moments versuchte, unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Die Frau sah erschüttert aus und räusperte sich noch einmal zögerlich.
„Tut mir leid, ich möchte nur zu meinem Platz, und Sie versperren total den Weg. Ich hatte nicht vor, Ihr Wiedersehen zu ruinieren. Sie beide haben sich offensichtlich schon lange nicht mehr gesehen.“ Sie lächelte süß.
Ich machte gerade meinen Mund auf, um sie zu verbessern und zu sagen, dass wir uns noch nie begegnet waren, aber der Mann, der mich festhielt, kam mir zuvor.
„Wir haben nur unsere Plätze gesucht. Wir gehen gleich aus dem Weg.“ Seine Stimme war sanft und beruhigend.
Die Frau nickte dankbar.
Ich wollte mich wegbewegen und war dankbar, der peinlichen Situation zu entkommen, aber der Mann hielt mich nur noch fester.
Er lehnte sich zu mir herunter und flüsterte in mein Ohr: „Nicht so schnell … So einfach kommst du nicht davon.”
Dann sah er den Perversling an, der auf dem Flug neben mir sitzen würde. „Weg da”, sagte er zu ihm.
Der Perversling saß nur da und glotzte uns ein paar Sekunden lang an, wobei er wahrscheinlich das ganze Treffen verarbeitete, das gerade stattgefunden hatte. Der Gedanke, dass er uns beobachtete, war mir sehr unangenehm.
„Was?”, fragte er.
„Weg da”, sagte der gutaussehende Mann. „Hier sitze ich.”
„Wie bitte? Ich gehe nicht weg. Das ist mein Platz.”
Der Mann, der mich festhielt, knurrte leise. „Hier, Sie können meinen Platz haben.“ Er gab dem Perversling sein Flugticket. „Das ist ein Erste-Klasse-Ticket”, sagte er und beobachtete den Mann, der mit gehobener Augenbraue das Flugticket betrachtete.
„Und jetzt weg da”, sagte er langsam – fast bedrohlich –, als würde er den Mann dazu herausfordern, seine Befehle erneut in Frage zu stellen.
Der Perversling schaute uns noch einmal an, bevor er aufstand, sich schnell seine Tasche schnappte und dann an uns vorbeieilte, ohne Blickkontakt herzustellen. Ich sah ungläubig zu.
Was ist gerade passiert? Dies hatte sich als ein seltsamer Tag herausgestellt.
„Nur zu, Schönheit”, sagte mein mysteriöser neuer Sitznachbar und schob mich sanft in Richtung Fensterplatz, während er dicht hinter mir folgte.
Ich setzte mich und sah zu, wie er sich neben mich setzte. Ich wusste nicht, was ich sagen soll, noch immer ein bisschen schockiert und peinlich berührt von dem, was gerade passiert war.
„Ähm, das gerade eben tut mir leid”, murmelte ich und strich mir eine Haarsträhne hinter das Ohr, während ich den Blick senkte. Ich wollte, dass dieser Typ mich mag. „Ich fasse Fremde normalerweise nicht so an, ich schwöre es.”
Ich lachte nervös. Als er nicht antwortete, räusperte ich mich.
„Okay … also, warum haben Sie Ihren Platz in der ersten Klasse aufgegeben, um ganz hier hinten zu sitzen?“
Plötzlich ergriff eine Hand mein Kinn und drehte meinen Kopf. Mein Blick traf seinen und seine Hand wanderte zu meiner Wange.
„Weil ich bei dir sein wollte”, hauchte er.
Er fuhr mit seinem Daumen über meinen Wangenknochen, während er jeden Zentimeter meines Gesichts begutachtete.
„Wow, womit habe ich solch ein Glück verdient?”
Ich lehnte mich von ihm weg, weil ich nicht wusste, wie ich reagieren sollte. Ich muss mich verhört haben.
„Entschuldigung, was haben Sie gesagt?”
Er lächelte einfach und schüttelte den Kopf. „Nichts. Keine Sorge, Schönheit.“ Er lehnte sich über die Armlehne zu mir. Für zwei Fremde waren wir uns sehr nahe.
„Ich heiße Grayson. Und du?”
Fast wie betäubt, hörte ich mich selbst sagen: „Belle.”
Sein Lächeln wurde breiter. „Belle”, sagte er zu sich selbst. „Meine Belle.”
Seine Augen waren so schön, ich konnte mich nicht davon abhalten, in sie zu starren.
„Okay …”, sagte ich abwesend.
Er stieß ein aufrichtiges Lachen aus. Habe ich etwas Lustiges gesagt? „Unser Band ist stark; so viel steht fest.”
Geht das nur mir so, oder ergibt nichts von dem, was er sagt, Sinn? „Was? Unser Band?”, fragte ich.
Er strich eine verirrte Strähne aus meinem Gesicht. „Mach dir mit deinem kleinen Kopf keine Sorgen darüber.”
Erneut wurde ich aus dieser Verwirrung gerissen, in die er mich immer wieder zu versetzen schien, als hinter uns ein Baby laut brüllte. Als ich bemerkte, wie nah ich dem Mann – Grayson – war, sprang ich zurück.
Ich war ihm so nahe gewesen, dass ich seinen Atem auf meinem Gesicht spüren konnte.
Wieder lachte ich nervös, legte meine Hand in meinen Schoß und versuchte, nicht so peinlich berührt auszusehen, wie ich mich fühlte.
Der Typ denkt bestimmt, ich bin verrückt.
„Also, Arbeit oder Vergnügen?”, fragte Grayson.

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Kapitel 2

„Was?” Ich sah Grayson wieder an.
„Gehst du geschäftlich nach Paris oder machst du Urlaub?”
Oh, stimmt. Ich hatte fast vergessen, wo ich war. Ich wurde wieder nervös, als ich mich daran erinnerte, dass das Flugzeug wahrscheinlich bald abheben würde.
„Oh, ähm, weder noch, schätze ich. Ich besuche meine Mutter und ihren Mann.”
Ich muss eine Grimasse geschnitten haben, denn Grayson fragte: „Und du freust dich nicht darauf, deine Mutter und ihren Mann zu sehen?”
Ich schüttelte den Kopf.
„Nein, nicht, seit sie meinen kranken Vater und mich allein gelassen hat, um mit ihrem reichen Liebhaber nach Paris durchzubrennen und ihn zu heiraten“, hörte ich mich sagen.
Ich hielt inne. Ich kann nicht glauben, dass ich das gerade gesagt habe.
Ich hatte niemandem von meiner Mutter erzählt, und jetzt hatte ich das einfach vor einem Unbekannten ausgeplaudert.
Ich sah ihn an. Er trug einen nachdenklichen Gesichtsausdruck.
„Tut mir leid. Ich weiß nicht, warum ich das gesagt habe. Ich schwöre, ich bin keine verrückte Person, die ihrem Sitznachbarn im Flugzeug ihre ganze Lebensgeschichte erzählt.“
Grayson sah mir tief in die Augen – fast, als würde er nach etwas suchen –, griff nach der Armlehne zwischen uns und klappte sie nach oben, damit sie keine Barriere zwischen uns mehr darstellte. Ich verfolgte seine Bewegungen aufmerksam.
„Ähm … Was machst du da?”
„Sch …”, sagte Grayson. Er griff nach meiner Hüfte, welche sich schon in seine Richtung lehnte, und zog mich näher, bis mein Knie seines berührte.
Diese kostbaren Funken rannten mir wieder über den ganzen Körper, als seine Hände den Weg unter mein T-Shirt und auf meinen unteren Rücken fanden, wo er mit seinem Daumen beruhigende Kreise zog.
Ein Hauchen erklang tief aus meiner Kehle. Seine andere Hand umfasste mein Gesicht.
„Jetzt musst du dir um nichts mehr Sorgen machen“, flüsterte Grayson. „Ich passe auf dich auf.” Er lehnte sich herunter, bis seine Lippen mein Ohr berührten. „Du gehörst mir.”
Ich lehnte mich zurück, damit ich ihm in die Augen sehen konnte. „Was meinst du damit?”
Er grinste. „Ich meine …” Sein Daumen berührte meine Unterlippe und ich keuchte.
„Alles” – er küsste mein Augenlid – „an” – er küsste mein anderes Augenlid – „dir” – meinen Nasenrücken – „gehört mir.“ Endlich trafen seine Lippen auf meine.
Meine Augen schlossen sich, als er mich küsste. Das war ein euphorisches Gefühl, wie Feuerwerk und Explosionen. Meine Hände wanderten zu seinen riesigen, muskulösen Schultern und drückten sie.
Ich stieß ein sanftes Stöhnen aus.
Ich konnte an meinen Lippen fühlen, dass er lächelte, und hielt für eine Sekunde inne. Nein, nicht lächeln. Wenn er lächelt, würde er vielleicht aufhören, mich zu küssen, und das wollte ich wirklich nicht.
Ohne meine Lippen von seinen zu nehmen, setzte ich mich auf meine Knie und lehnte meine Brust gegen ihn, wobei ich die Funken genoss, die überall da auftauchten, wo unsere Körper sich berührten.
Meine Hände wanderten in seine Haare und zogen sein Gesicht näher an meines.
Er stöhnte zustimmend.
Plötzlich packte er mich kräftig an der Hüfte und hob mich auf seinen Schoß, sodass meine Knie sich links und rechts von ihm befanden. Ich drückte meine Brust gegen seine und er vertiefte unseren Kuss, indem er seine Zunge in meinen Mund stieß.
Seine Hände massierten meine Hüften und rutschten dann unter mein Oberteil, um meine Taille zu umfassen, wobei seine Daumen den Bügel meines BHs berührten.
Oh mein Gott, ist es hier drin heiß?
Jemand räusperte sich neben uns und in diesem Moment schien es, als würde in meinem Kopf ein Schalter umgelegt: Plötzlich war ich mir bewusst, was wir da machten.
Ich zuckte zurück, aber Grayson festigte seinen Griff und hielt mich auf seinem Schoß fest.
Ich sah die Flugbegleiterin an, die neben uns stand.
„Entschuldigung, aber ich muss Sie bitten, auf Ihren Platz zurückzukehren und sich anzuschnallen. Das Flugzeug hebt gleich ab.”
Ich nickte schnell und fühlte, wie sich mein Gesicht erhitzte. Ich versuchte, von Graysons Schoß zu klettern, und zum Glück ließ er mich diesmal gehen. Ich setzte mich auf meinen Platz und schnallte mich schnell an.
Die Flugbegleiterin sah zu, wie auch Grayson seinen Gurt anlegte, nickte dann und ging weg.
Oh mein Gott. Oh mein Gott. Oh mein Gott.
Ich legte meine Hände auf mein Gesicht, um meine brennenden Wangen abzukühlen.
Ich kann nicht glauben, dass ich das gerade gemacht habe. Was stimmt nicht mit mir?
Das war mir so peinlich, dass ich Grayson nicht mal ansehen konnte. Ich hatte mich auf seinen Schoß gesetzt und mich an ihn gedrückt wie eine Nutte, die ihn anfleht, sie durchzunehmen.
„Hey, hey, hey”, hörte ich Grayson sagen. „Was ist los?” Er berührte meinen Arm.
Ich zog meinen Arm weg und ignorierte, wie sehr ich wollte, dass seine Hände mich weiter berührten.
„Fass mich nicht an”, fuhr ich ihn an.
Grayson ließ ein leises Knurren tief aus seiner Kehle erklingen. Als ich ihn ansah, trug er einen erbitterten Gesichtsausdruck.
Er biss die Zähne zusammen und atmete tief durch, wodurch sich seine Brust schnell hob und senkte. Ach ja, und seine Augen waren pechschwarz. Seine Pupillen, seine Iris und das Weiße in seinen Augen waren komplett schwarz.
Ich keuchte und rutschte auf meinem Sitz zurück, bis ich mit dem Rücken an die Wand hinter mir stieß.
„Oh mein Gott. Deine Augen.”
Seine Augen weiteten sich und dann schloss er sie ruckartig. Er nahm einen tiefen Atemzug und als er seine Augen wieder öffnete, waren sie wieder normal.
Ich wurde verrückt. Das war die einzige logische Erklärung. Der Tod meines Vaters und die Angst davor, meine Mutter wiederzusehen, brachten mich langsam um den Verstand.
„Tut mir leid”, sagte er. „Es ist nur … du kannst mir nicht sagen, dass ich dich nicht anfassen darf.”
Mein Herz schlug schneller. Vielleicht war er der Verrückte. „Was soll das heißen?”
Er lehnte sich vor und hatte einen intensiven Blick in seinen Augen.
„Oh, Schatz, hast du das schon vergessen?” Seine Hand umschloss mein Knie und rieb mein Bein.
„Du gehörst mir, weißt du noch?”
Ich kochte vor Wut. Das war jetzt das dritte Mal, dass er mich als sein Eigentum bezeichnet hatte. Was glaubte dieser Typ eigentlich, wer er ist?
Klar, er sah gut aus. Ich hatte mich an ihn rangemacht und war total von ihm angezogen, aber das hieß nicht, dass ich ihm gehöre. Ich gehörte mir selbst. Ich gehörte sonst niemandem.
Und ganz bestimmt gehörte ich nicht irgendeinem Mann, den ich gerade erst getroffen hatte und der noch nie etwas von persönlichen Grenzen gehört hatte.
Ich öffnete den Mund, um ihm die Meinung zu sagen, hielt aber inne, als ich plötzlich fühlte, wie sich das Flugzeug bewegte.
Ich muss den Teil, in dem sie erklären, wo die Notausgänge sind und wie man sich anschnallt, komplett verpasst haben.
Das war wahrscheinlich am besten so: Das hätte mich nur nervös gemacht.
Als das Flugzeug an Geschwindigkeit aufnahm, schlug mir das Herz gegen den Brustkorb und meine Hände fingen an zu zittern. Ich griff nach Graysons Hand, die immer noch zwischen meinen Beinen eingeklemmt war, und drückte die Augen zu.
Ich versuchte, tief durchzuatmen und mich zu beruhigen, aber die Luft kam in schnellen, keuchenden Atemzügen heraus.
Oh mein Gott … Hyperventiliere ich?
„Belle”, hörte ich Grayson sagen. „Belle, Schatz, was ist los?” Ich spürte, wie seine Hand meine Schulter ergriff.
Ich schüttelte panisch den Kopf und konnte meine Stimme nicht finden. Ich hatte Angst, dass ich weine, wenn ich versuche zu sprechen.
„Belle” sagte Graysons Stimme zu mir. Diesmal klang er ruhiger.
„Sieh mich an, Belle. Du musst mich ansehen, Schönheit. Lass mich diese schönen blauen Augen sehen.”
Ich schüttelte wieder den Kopf. Das Flugzeug machte einen Sprung, als es sich vom Boden abhob. Ich stieß ein Wimmern aus und drückte mich stärker gegen die Wand.
„Belle, ich schwöre bei Gott, wenn du mich nicht ansiehst, küsse ich dich wieder, und wer weiß, wozu das führt …”
Hat er das wirklich gesagt? Ich stand im Grunde kurz davor, einen Herzinfarkt zu bekommen, und er drohte mir mit einem Kuss?
Ich öffnete die Augen. Graysons Gesicht war etwa 30 Zentimeter von meinem entfernt. Er lächelte.
„Da sind diese schönen Augen.”
Meine Atmung verlangsamte sich ein wenig. Er war so unglaublich schön. Wie konnte jemand nur so gut aussehen?
Und charmant sein, und süß, und beruhigend, und so ein guter Küsser …
Das Flugzeug wackelte plötzlich wieder – diesmal härter – und die meisten Passagiere keuchten.
Die Stimme des Piloten erklang über die Lautsprecher, er entschuldigte sich für die Turbulenzen und erklärte, dass das Wetter schlechter als erwartet sei.
Ich schaute aus dem Fenster und sah, dass es in Strömen regnete und der Himmel von Blitzen erfüllt war.
„Oh mein Gott, ich werde sterben”, sagte ich. Ich zitterte am ganzen Körper.
Das Flugzeug wackelte wieder, diesmal genau in dem Moment, als ein ohrenbetäubendes Donnergrollen von draußen erklang. Ich stieß einen verängstigten Schrei aus und Tränen strömten mir aus den Augen.
„Belle, Schatz, komm her”, sagte Grayson aufgewühlt. Ich sah ihn an und bemerkte, dass er den Arm ausstreckte und mich einlud, mich an ihn zu lehnen.
„Was?”, fragte ich zittrig. „N-n-nein!”
Irgendetwas umgriff meine Hand kräftiger. Ich sah nach unten und bemerkte, dass ich seine Hand nun mit beiden Händen festhielt. Ich ließ schnell los und drückte mich von ihm weg.
Warum will ich diesen Typen ständig anfassen?
Er fuhr sich mit einer Hand durch die Haare, als er zusah, wie ich in Panik geriet. Er sah aus, als hätte er Schmerzen. „Bitte, Belle, lass mich dir einfach helfen.”
Ich griff nach der Wand hinter mir, in der Hoffnung, dass sie meinen zitternden Körper ruhigstellen könnte. „Wie?”
Bevor ich eine Antwort bekommen konnte, wurde das Flugzeug von einem lauten Donnern durchgeschüttelt, und ich hätte schwören können, dass uns ein greller Blitz getroffen hat. Leute schrien, als Taschen aus den Gepäckfächern fielen.
Ich schrie lauthals auf und bedeckte mein Gesicht mit meinen Händen.
„Oh mein Gott. Oh mein Gott. Oh mein Gott”, schluchzte ich. Das war mein schlimmster Albtraum.
„Belle”, sagte Grayson. Seine Stimme war klarer als zuvor und plötzlich verstummten alle Geräusche. „Sieh mich an.”
Als stünde ich unter seiner Kontrolle, löste ich meine Hände von meinem Gesicht und sah Grayson an. Seine Augen waren wieder schwarz.
Jetzt war es nicht mehr furchteinflößend. Jetzt war es beruhigend.
„Komm her“, sagte er laut.
Ich nickte und sprang praktisch in seine Brust, soweit es mein Gurt zuließ. Ich schlang meine Arme um seine Brust und umklammerte mit meinen Fäusten sein Shirt.
Er legte auch seine Arme um mich und hob mein T-Shirt an, sodass seine nackte Haut meinen Rücken und meinen Bauch berührte.
„Was machst du da?”, fragte ich und zitterte bei dem Gefühl seiner Haut auf meiner und der köstlichen Funken, die entlang meiner Wirbelsäule auf- und abwanderten.
Ich spürte, wie er an meinem Haar roch. „Tut mir leid, ich weiß, dass das für dich komisch sein muss. Es ist nur so, dass du umso ruhiger wirst, je mehr sich unsere Haut berührt.“
Er entfernte meine Arme von seiner Brust und für einen kurzen Augenblick war ich enttäuscht. Aber dann hob er sein Shirt an und schlang meine Arme wieder um sich, so wie er es zuvor getan hatte.
Ich konnte seine Bauchmuskeln fühlen …
„Siehst du? Das ist besser, oder? Es hilft dir, wenn du mich berührst.“ Ich spürte, wie er mich auf den Kopf küsste.
Er hatte recht. Ich konnte fühlen, wie sich mein Puls verlangsamte und meine Nerven beruhigten. „Wie kann das sein?“, fragte ich. Ich war unglaublich verwirrt.
Was geht hier vor sich? Bevor er antworten konnte, ertönte erneut Donnergrollen. Ich wimmerte und drückte mein Gesicht so tief in seine Brust wie ich konnte.
Seine Arme legten sich fester um mich und seine Hände massierten meinen Rücken.
„Pst, Kleines. Entspann dich für mich …”, flüsterte er, wobei sein Mund mein Ohr berührte. Ich spürte, wie sich meine Schultern langsam entspannten. Seine Stimme war so sanft und beruhigend – es war, als hätte er Zauberkräfte. Ich hätte alles getan, was er mir sagt, solange ich nur weiter seine Stimme hören kann.
„Geht doch. So sehe ich es gerne.”
Erneut wurde das Flugzeug durch Donnergrollen geschaukelt. Ich presste mein Gesicht gegen seine Brust und keuchte.
„Nein”, sagte er. „Mach das nicht.” Seine Lippen drückten sich auf mein Ohr und hinterließen einen Kuss.
„Konzentriere dich auf meine Stimme. Alles, was du hören kannst, ist meine Stimme, Schatz.“ Er hinterließ eine Spur von Küssen auf meinem Hals.
Er hatte recht. Die anderen Geräusche verstummten wieder. Die weinenden Babys, die schreienden Passagiere, das Donnergrollen, der peitschende Regen – alles verstummte.
Alles, was übrigblieb, waren er und ich.
„Du kannst nur noch meine Stimme hören. Nicht wahr?”
Ich nickte. „Gut. Atme langsamer.”
Meine Atmung wechselte von schnellen, flachen Zügen zu langsamen, tiefen Seufzern.
„Gutes Mädchen.“ Seine Lippen bewegten sich weiter über meinen Hals. „Hab keine Angst. Ich beschütze dich. Ich passe auf dich auf.”
Seine Küsse fühlten sich magisch an. Seine Stimme war Magie. Alles an ihm war Magie. Ich war nicht mehr in einem Flugzeug. Ich war nirgends mehr.
Es gab nur Grayson und mich – seine Arme um mich geschlungen, seine Lippen auf meiner Haut. Ich war ruhig.
Und dann fanden seine Lippen eine Stelle auf meinem Hals, die ein Feuer durch meinen Körper schickte. Ich keuchte. Grayson lächelte gegen meine Haut. „Hmm …” Er fing an, an der Stelle zu saugen und mit der Zunge über meine Haut zu fahren, was mir ein Kitzeln bis in die Fußzehen bescherte.
Seine Finger gruben sich in meine Taille und ich konnte fühlen, wie sich etwas in mir aufbaute – ein Gefühl, das ich seit langer Zeit nicht gefühlt hatte.
Mein ganzer Körper zitterte und ich neigte meinen Körper zur Seite, um ihm einen besseren Zugang zu ermöglichen. Sein tiefes Kichern vibrierte durch meinen Körper.
„Hmm … Das gefällt dir, nicht wahr?”, flüsterte er gegen meine Haut.
Ich konnte nicht mal antworten. Ich fühlte mich, als stünde ich unter Drogen. Alles bewegte sich so langsam.
Ich stieß einen tiefen Atemzug aus, der sich mehr wie ein Wimmern anhörte, weil er aufgehört hatte, mich zu küssen. Ich wusste nicht genau, was ich wollte, aber ich brauchte mehr – mehr von irgendetwas, von dem ich wusste, dass Grayson es mir geben konnte.
Ich neigte meinen Kopf weiter, in der Hoffnung, dass er mich weiter küssen würde.
„Ich weiß, meine Schöne, ich weiß. Aber nicht hier. Nicht jetzt.” Er gab mir noch einen Kuss auf diese Stelle. „Aber ich verspreche dir, dass ich dich zu der Meinen mache. Bald.“
Ich verstand nicht, was er damit meinte. Deshalb rutschte ich einfach näher an ihn und atmete seinen göttlichen Duft ein. Was für ein Parfüm trägt er?
„So ist es gut”, sagte er. „Ich bin hier und du bist sicher. Dir wird nie wieder etwas Schlechtes passieren. Wir werden uns gemeinsam das allerbeste Leben aufbauen. Ich lasse dich nie gehen.“
Was hat er da gerade gesagt?
„Aber fürs Erste”, sagte er, „musst du dich ausruhen.”
Ich sah zu ihm auf. Seine Augen waren noch immer schwarz.
„Schlaf.”
Und meine Welt wurde schwarz.

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Kapitel 3

Ich wachte mit dem Gefühl auf, bewegt zu werden. Ich war mir wage bewusst, dass jemand meinen Sicherheitsgurt löste und mich hochhob. Ich öffnete die Augen.
Grayson hatte mich auf seinen Schoß gezogen, sodass meine Knie zu beiden Seiten von ihm lagen.
Er hatte meinen Kopf gegen seine Brust gelegt und seine Arme wieder um mich gelegt.
Ich erinnerte mich plötzlich daran, dass ich in einem Flugzeug war, und mein Puls beschleunigte sich. Wie lange habe ich geschlafen? Ich versuchte, mich zurückzulehnen, um Grayson anzusehen, aber er verstärkte einfach seinen Griff um mich.
„Hey. Nicht so schnell. Du gehst nirgendwohin“, sagte Grayson ruhig. Er küsste mich auf die Stirn. „Schlaf weiter, Belle.”
Und wieder schlief ich auf der Stelle ein.
Ich träumte von Händen, die sich auf meinem Rücken und meiner Taille auf und ab bewegten, mit meinen Haaren spielten und meine Hüften massierten. Ich träumte von süßen Küssen auf meinem linken Ohr, meiner Nase und meiner Stirn.
Ich träumte von Berührungen, die Feuerwerke auslösten, welche durch meinen Körper schossen, bis sie endlich in meiner Brust explodierten und ein warmes Glühen um mein Herz hinterließen.
Aber hauptsächlich träumte ich von Augen, so grün wie der Wald.
Als ich zum zweiten Mal aufwachte, war ich mir nur bewusst, wie warm und friedlich ich mich fühlte.
Alles fühlte sich so … richtig an.
Ich vergrub mich tiefer in der Wärme und konzentrierte mich auf das kleine Feuerwerk, das sich an meinem Rücken auf und ab bewegte. Es fühlte sich großartig an. Ich stieß ein tiefes Seufzen aus.
Dann wurde mein Seufzen plötzlich von jemand anderem wiederholt und ich spürte einen Kuss auf meiner Stirn. Ich öffnete die Augen. Wo bin ich?
Ich blickte auf und sah Grayson. Er hatte einen Arm um mich gelegt, fuhr mit der Hand auf meinem Rücken auf und ab und spielte mit meinen Haaren. Die andere Hand hielt ein Handy, auf dem er eine Nachricht schrieb.
Sein Gesicht war vor Konzentration zerknittert. Oh mein Gott. Ich saß auf seinem Schoß.
Ich setzte mich aufrecht hin und seine Augen schossen zu mir. Er lächelte.
„Guten Morgen, Schönheit.”
Er gibt mir wirklich gerne Spitznamen.
Ich versuchte, mich von ihm zu entfernen. Er ergriff meine Hüften.
„Was glaubst du, wo du hingehst?”
Ich erinnerte mich vage daran, dass er mich auf seinen Schoß gesetzt hatte. Wütend starrte ich ihn an.
„Warum sitze ich auf deinem Schoß?”
Er zuckte mit den Schultern. „Du bist mir im Schlaf immer näher gekommen, hast versucht, dein Gesicht in meine Halsbeuge zu legen, und hast gewimmert. Deshalb habe ich dich dahin gesetzt, wo du sein wolltest, als das Anschnallzeichen erloschen ist.”
Ich konnte spüren, wie mir die Farbe aus dem Gesicht wich, als ich mir vorstellte, wie ich im Schlaf auf ihn zugekrochen bin; dann wurde mein Gesicht sofort rot, als ich mich an seine Lippen auf meinem Hals erinnerte.
Er spürte, woran ich dachte, und sagte: „Das hat mir nichts ausgemacht.”
Er lächelte.
Er lächelte!
Ich spottete und versuchte, seine Hände von mir zu drücken, sodass ich auf meinen Platz zurückkehren konnte.
„Du kannst gerne hierbleiben. Wirklich, das ist in Ordnung”, sagte er.
„Nein, wirklich, es ist nicht in Ordnung”, sagte ich und entkam endlich seinem eisernen Griff. Ich stieß ein erleichtertes Seufzen aus, als ich mich zurück auf meinen Platz gleiten ließ. Das war mir mehr als peinlich.
Warum muss ich mich so komisch verhalten, wenn ich zum ersten Mal seit Jahren einen Typen treffe, zu dem ich mich hingezogen fühle?
„Tut mir leid. Normalerweise respektiere ich persönliche Grenzen. Ich weiß nicht, was heute mit mir los ist.”
Er winkte nur ab und sagte, dass es keine große Sache sei.
„Wie lange habe ich geschlafen?”
Er sah auf seine Uhr. „Ungefähr acht Stunden.”
Ich keuchte. „Ich habe acht Stunden lang geschlafen?”
Er nickte und ein Lächeln erschien auf seinem Gesicht.
„Du hast mich acht Stunden lang auf dir schlafen lassen?”, fragte ich zutiefst gedemütigt. Er nickte wieder. „Oh mein Gott.“ Ich bedeckte mein Gesicht mit meinen Händen.
„Falls du dich dann besser fühlst”, sagte er, „ich bin auch für eine Weile eingeschlafen. So gut habe ich noch nie geschlafen.”
Ich blickte auf sein lächelndes Gesicht und kniff die Augen zusammen.
„Weißt du, als du mit dem Typen, der ursprünglich neben mir saß, Plätze getauscht hast, war ich ehrlich gesagt erleichtert.
Aber vielleicht wäre es besser gewesen, neben dem unheimlichen Typen zu sitzen, der auf meine Brüste gestarrt hat. Vielleicht hätte ich mich im Schlaf nicht auf seinen Schoß gesetzt.”
Das sollte ein unbeschwerter Witz sein, aber als ich Grayson ansah, konnte ich sehen, dass er es nicht so aufgefasst hatte.
Seine Augen waren wieder schwarz, seine Zähne zusammengebissen und Adern traten ihm auf dem Hals und auf der Stirn hervor. Er sah mordlustig aus.
„Oh mein Gott. Geht es dir gut?”
Er antwortete nicht. Stattdessen schloss er die Augen, ergriff grob die Armlehnen an den Seiten seines Sitzes und atmete tief durch.
Ich fing an, mir Sorgen zu machen. Ich war mir nicht sicher, was vor sich ging, aber aus irgendeinem Grund wollte ich, dass es Grayson gut ging. Ich wollte ihn beruhigen.
„Kann ich etwas tun?”
Er sagte nichts.
„Grayson?”, sagte ich erneut.
Als ich seinen Namen sagte, richteten sich seine Augen ruckartig auf mich und die Schwärze erschreckte mich. Ein Grollen erklang tief aus seiner Brust, als er mich am Genick packte und mich an sein Gesicht führte.
Er drückte seine Nase in meine Halsbeuge und atmete tief durch. Er zitterte am ganzen Körper.
„Ich mag es, wenn du meinen Namen sagst”, hörte ich ihn sagen. Seine Stimme klang jetzt tiefer und rauer – überhaupt nicht mehr so sanft, wie sie zuvor geklungen hatte.
Er lehnte sich nach vorne und sah mir tief in die Augen. Ich wusste, ich hätte davor Angst haben sollen, wie schwarz seine Augen waren. Ich meine, er sah besessen aus.
Aber irgendwie mochte ich seine schwarzen Augen fast so sehr wie seine grünen.
„Bleib hier”, sagte er finster. „Beweg dich nicht.”
Ich nickte und wollte mich seinem Befehl nicht widersetzen, während er so tödlich aussah.
Ich beobachtete ihn, wie er aufstand und zum vorderen Teil des Flugzeugs ging, wo er durch eine kleine Tür verschwand, die zur ersten Klasse führte.
Ich lehnte meinen Sitz zurück. Vielleicht muss er nur auf die Toilette …
Aber dann hörte ich Leute schreien und die Flugbegleiterin rannte durch den Gang. Passagiere standen von ihren Sitzen auf.
Ich sprang auf und rannte zur ersten Klasse, weil ich sehen wollte, was der Grund für diesen Aufruhr war.
Als ich die erste Klasse betrat, brachte die Szene vor mir mein Herz zum Stillstand.
Grayson hielt den Perversling am Kragen in die Luft.
Will er ihn umbringen? Er war umgeben von Leuten, die versuchten, seine Aufmerksamkeit zu erregen, und an ihm zogen, um ihn davon abzuhalten, den Perversling zu würgen.
Aber Grayson rührte sich nicht. Er war wie eine Statue.
Er versuchte, ihn umzubringen.

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